Auch heute hiess es wieder “Verlieren ist keine Option”. Insofern nahmen die Lysser das 1/4 Finalspiel gegen den HC Mühlethurnen mit 4 Sturmlinien in Angriff. Neben den Verletzten fehlte heute auch der Captain des Teams, der gerade die Schweiz gegen feindliche Truppen verteidigt und deshalb keinen Urlaub vom WK gekriegt hat. Somit wurde der Spieler für das Amt verknurrt, der am lautesten “einfach nicht ich” gerufen hat. Spätestens seit der Costa Concordia weiss man ja, wie gefährlich das Amt des Captain sein kann…. So schlimm war es dann aber doch nicht
Die Lysser starteten mit Druck in die Partie und konnten früh eine Strafe herausholen. Diese Überzahlphase konnte dennoch nicht in ein Tor umgemünzt werden. Wie man es richtig macht, zeigten die Gäste. Nach einem Zuspiel in den Slot stand plötzlich ein Mühlethurner alleine vor dem Tor. Dieser konnte sich die Ecke aussuchen (Anm. der Red: rechts oben) und verwertete zur frühen Führung der Gäste.
Unterstützt von den Fans, die heute wieder einmal zahlreich und lautstark anwesend waren, rannten die Seeländer fortan dem Rückstand hinterher. Ein grosses Chancenplus hatte keines der beiden Teams. Der Ausgleich fiel dennoch vor der Pause, nachdem ein Lysser Stürmer wie ein unbändiger Löwe links vorbei lief und in Bedrängnis ein Backhand Geschoss in die Maschen haute. Manch anderer Spieler wäre froh, er hätte Forehand einen solchen Schuss.
Trotzdem waren die Coaches zur ersten Pause nicht ganz zufrieden. Wie so oft wurde gepredigt, die kleinen Dinge wieder richtig zu machen. Dies gelang im zweiten Drittel nur bedingt. Die grosse Chance zur erstmaligen Führung bot sich aber zur Spielhälfte. Gleich zwei Mühlethurner sassen auf der Strafbank. Das Powerplay der Lysser lief sehr rund und als die Scheibe zur blauen Linie kam, fasste sich der Lysser Spieler ein Herz und feuerte einen verdeckten Slapshot ab, welcher den Seeländern das 2-1 bescherte.
Auch im letzten Spielabschnitt war die Partie nach wie vor offen. Doch die 4 Linien schienen sich nun langsam bemerkbar zu machen und das Heimteam drückte vehement. Selbst in Unterzahl spielte sich das Team kurzfristig beinahe in einen Rausch. Das 3-1 in der 45 Minute war verdient und die logische Folge.
Dass es rund 5 Minuten vor Spielende doch noch einmal spannend wurde, lag an einer Strafe nach einem (neutral ausgedrückt) unglücklichen Check gegen den Kopf. Die Schiedsrichter und Zeitnehmer waren sich in der Folge nicht ganz einig. Auf der Matchuhr stand von 5 plus 2 Min, über 5 Min, 7 Min und gar keine Strafe zeitweise so ziemlich alles. Schlussendlich lautete das Verdikt 5 Minuten und Spieldauer (und gemäss Bericht anscheinend doch auch noch eine 2 Min). Ungeachtet der genauen Strafe war eines klar: Die Lysser mussten den Match zu viert fertig spielen. Die Strafe war jedoch erst wenige Sekunden alt und bereits hiess es 3-2.
Die Coaches reagierten mit einem Timeout um wieder Ruhe in das Team zu bringen. Noch einmal wurden alle Kräfte mobilisiert (viele Spieler konnten sich ja genügend ausruhen, weil sie durch die vielen Boxplays gar nicht mehr gross zum Einsatz kamen). Ein Konter der Lysser mit einem sehenswerten Abschluss brachte die Vorentscheidung. Es war ein “typisches” Tor dieses Spielers – er macht dieses oft im Training im Penaltyschiessen.
Die Gäste versuchten in der Folge das unmögliche und nahmen den Goali heraus. Durch aggressives Forechecking konnten die Seeländer jedoch bereits in der Angriffszone die Scheibe erkämpfen und aus spitzem Winkel zum 5-2 Endresultat ins leere Tor einschiessen.
Im Halbfinal treffen die Lysser nun auf den SC Langenthal, welcher Altstadt Bern mit 3-4 bezwungen hat.